Der Plan

Der Plan ist einfach: auseinandernehmen, sauber und/oder heile machen und dann mit Liebe wieder zusammenbauen. Um es in den Worten von Jeremy Clarkson zu sagen:

clarkson

Viel, vermute ich. Wird es mich von meinem Plan abhalten, das Biest einer Verjüngungskur zu unterziehen? Nein! Werde ich an meinem Geisteszustand zweifeln und an einem (oder mehreren) Punkt(en) die Flinte ins Korn werfen wollen? Ja! (Definitiv an mehreren) Werde ich in dem von mir geplanten Zeitrahmen fertig? Niemals! Werde ich mein Budget hoffnungslos überziehen, weil ich das vergessen oder jenes zusätzlich machen werde? Auf jeden Fall! Wird mein soziales Umfeld für das Projekt Verständnis haben? Auf keinen Fall!

Gut. Dann ist ja alles klar. Kann los gehen.

  • Komplettes und nachhaltiges Restaurieren der Karosserie.
  • Neulackierung in California Sage Green, auch bekannt als Aston Martin Racing Green. IMG00194-20111216-1343
  • Revision und Neuaufbau des Motors mit Hubraumerweiterung auf 1840ccm, originale HC-Kolben, Piper BP270 Nockenwelle, 123Ignition (wenn’s Geld reicht: 123Tune), Kopf überarbeiten und Kanäle polieren, Kurbeltrieb feinwuchten, Maniflow oder Peco Abgasanlage.
  • Überholen des gesamten Kraftstoffsystems inklusive der Vergaser.
  • Umbau auf Zweikreis-Bremse ohne Bremskraftverstärker.
  • Überholen des kompletten Fahrwerks mit Poly-Buchsen, überholten Hebeldämpfern und Achsschenkeln, evtl. Nachlaufkorrektur, MiniLite-Felgen (es sei denn, irgendjemand hat einen Tip wo ich Stahlscheibenräder im Dunlop-Look herkriege, die nicht die Welt kosten).
  • Überholen des Differentials.
  • Umbau auf T9 5-Gang Getriebe.
  • Auffrischen des Interieurs in der Originalfarbe Autumn Leaf.
  • Überholen der Elektrik inklusive leichter Modernisierung.
  • Überholen der Heizung.
  • Ein neues Dach wäre schön (und nötig!).

Die Liste ist sicherlich noch nicht komplett und ebenso sicher reichlich dynamisch. Manche Sachen werden sich so, wie ich sie mir vorstelle, nicht zu realisieren sein. Andere werden sich wahrscheinlich noch ändern. Die Punkte im einzelnen:

Karosserie

Eigentlich steht das Biest gut da, auch nach Meinung der MG-Experten der Millar Garages in München. Aber das ist ein altes Auto und wird sicher die eine oder andere Überraschung für mich in Petto haben. Wie ich den alten Lack und Unterbodenschutz entferne, weiß ich noch nicht. KTL wäre eine interessante, aber auch teuere Lösung, die genau aus diesem Grund für mich nicht die erste Wahl wäre. Die Erfahrungen von MGB GT-Blogger Sven Wedemeyer haben das Verfahren für mich etwas entzaubert. Vermutlich wird es auf eine Kombination von Schleifen, Strahlen und verdammt viel Schweiß herauslaufen. Ziel ist es auf jeden Fall die Karosserie so rostfrei wie möglich zu bekommen um dem Wagen eine möglichst gesunde Basis zu geben.
Über die Farbwahl kann man bekanntlich nächtelang streiten. Original wäre das Glacier White, aber mittlerweile trägt das Biest eh schon 50 Shades of White, die meisten davon ausgeführt in fragwürdiger US-Qualität. Ich bilde mir das Sage Green einfach ein. Vor allem in Kombination mit Autumn Leaf innen sieht es garantiert großartig aus.

Motor

Das Ziel ist klar: Mehr! Von allem. Der verbaute 18V 797AE-L ist ein gutmütiger Geselle, aber träge wie Ottfried Fischer nach der fünften Mass. Die Dinge, die ich ohne größere Umbauten erledigen konnte, wie das Entfernen des Emissions-Kram oder der Umbau auf SU-Vergaser, sind schon geschehen und haben sich vollauf gelohnt.
Ich möchte keinen Rennmotor züchten, sondern ein spaßiges, fröhlich drehendes Aggregat, mit dem auch der nächste Alpenpass keine Hürde darstellt. Die Wunschkonfiguration wäre tatsächlich ein Peter Burgess-Kopf, in Kombination mit einer Piper BP270 Nockenwelle und gewuchtetem Kurbeltrieb. Im Inneren würde es vermutlich reichen, die originalen HC-Kolben des 18V im 40er Übermaß zu montieren. Mein 18V trägt den CAM1106 Kopf mit kleiner Brennkammer, in Summe müsste so – grob überschlagen – eine Kompression zwischen 9 und 10 zu 1 möglich sein.
Zündungsseitig bleibt es, wie schon seit einiger Zeit, elektronisch. Die Erfahrungen mit der Lumenition waren einfach zu gut. Allerdings reizt mich die 123Ignition, beziehungsweise deren programmierbarer Bruder 123Tune, schon sehr.

Damit aber überhaupt etwas komprimiert und gezündet werden kann, muss auch mal was rein – vorzugsweise Gas-Luft-Gemisch. Das sollen weiterhin die SU HIF4 bereitstellen, allerdings in sauber überholter Form und mit größeren Luftfiltern und Stub Stacks. Um die in den Motorraum eines 75er Bs zu bekommen habe ich folgenden Plan ersonnen:

 Raus mit dem Booster

Der Bremskraftverstärker muss weichen. Die nötigen Teile, eine komplette Pedal Box aus einem 73er B inklusive Pedale und brandneuem Hauptbremszylinder, liegen schon im Keller. Den vermeintlichen Nachteil der höheren Pedalkräfte nehme ich gerne in Kauf, vor allem wenn ich dafür einen exakteren Druckpunkt bekomme.

Fahrwerk

Ich war völlig überrascht als ich vor vielen Jahren das KüMo „Biest“ auf ein optisch erträgliches Niveau herab senkte und einen Serienstabi verbaute: das Fahrverhalten hatte sich ums Zehnfache verbessert! Allerdings sind mittlerweile (wieder) die Buchsen und die Fangbänder in ersetzenswertem Zustand und die Blattfedern brauchen etwas Liebe.
Wäre das Geld da für einen Hoyle- oder Frontline-Umbau, dass wäre sicher der Weg, den ich gehen würde. Ist es aber nicht. Also, warum dann überhaupt erst in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Die Armstrong Hebeldämpfer finde ich nicht so schlecht, außerdem hatte Sir Alec Issigonis bei der Fahrwerkskonstruktion seine Hand im Spiel – und der Mensch war nicht doof.

Umbau auf Ford T9 5-Gang Getriebe

Wie über so vieles, auch hierüber lässt sich vorzüglich debattieren. Für den Preis eines T9-Getriebes vom Schrotter, das Prüfen desselbigen, dem Umbausatz von Hi-Gear Engineering und die nötige Tachoangleichung bekomme ich wahrscheinlich drei bis vier 4-Sync OD-Getriebe für den B. Aber auch das würde eine Prüfung, höchstwahrscheinlich eine Revision und zusätzliche Umbauten bedeuten – unterm Strich ist wahrscheinlich keine der beiden Lösungen günstiger. Die Sierra-Lösung hat aber drei Vorteile: Gewicht, einfache Technik und schnell verfügbare Ersatzteile – auch wenn ich nicht mit dem Gedanken spiele, das Getriebe ständig ein- und auszubauen um was zu reparieren.

Elektrik, Interieur und Heizung

Die Sprüche über Lucas, den Herren der Finsternis, sind zahlreich und mannigfaltig. Ich bin ihm noch nie wirklich begegnet, (fast) alles am Biest läuft, wie es soll. Wundert mich auch nicht, denn, mal ehrlich, die Elektrik ist nicht gerade ein Zuse Z3. Gut, in letzter Zeit streiken ab und an vorderes rechtes Standlicht, rechtes Rücklicht und rechter Rückfahrscheinwerfer. Ohne ersichtlichen Grund, einfach so. Und plötzlich leuchtet’s wieder.
Eine Sache ist allerdings klar: die Elektrik bietet Raum für Verbesserungen, Relais für die Scheinwerfer seien da nur als ein Beispiel genannt. Ich denke mit einem guten Sicherungs- und Relaisblock kann man der B-Elektrik das Leben deutlich vereinfachen und so Problemen vorbeugen. Sinnigerweise beim Amerikaner wird man auf der Suche nach geeigneter Hardware fündig. Und die kostet nicht mal die Welt.
Spannend wirds dann allerdings beim Thema Kabelbaum. Der hat beim Biest auch schon diverse Evolutionsstufen mitgemacht, manche mehr, manche weniger erfolgreich. Wie ich mit diesem Problem verfahre, überlege ich mir, wenn es so weit ist…aber die Tendenz geht zum Neuteil.

Das Interieur soll aufgefrischt und endlich die furchtbaren DIY-Türpappen entfernt werden, die ein Vorbesitzer eingebaut und mit Sprühfarbe behandelt hat. Die Sitze habe ich schon mal neu bezogen und sie halten sich ziemlich gut.

Die Heizung…sollte zumindest mal wieder heizen. Das macht sie nämlich nicht, obschon das Ventil auf den Bowdenzug reagiert und der Lüfter bläst. Für die kühlen Herbsttage hätte ich schon gern ein warmes Lüftchen um die Füße, man wird ja auch nicht jünger. Zum Glück bieten Moss Europe und der MG Owners Club Alternativen mit stärkerer Heizleistung an – eine davon wird es werden.

Das ist der Plan. Ich bin gespannt was im Endeffekt dabei heraus kommt.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *