Kopf ab.

Kopf ab.

Wenn ich mir bei der Restauration etwas aussuchen müsste, auf das ich getrost verzichten könnte, wäre es die Blecharbeit. Deshalb war eigentlich der Plan, genau diese Arbeit als erstes zu erledigen. Einfach damit es getan ist. Aber ständig schwelte die Neugier in mir. Die Neugier auf die Mechanik des Biestes, deren Zustand und deren Überarbeitung. Dank der neuesten Ausgeburten meines leistungsversessenen Geistes hat genau diese Neugier heute die Überhand gewonnen: Das da…

DSCN0191…ist ab.

Denn eigentlich ist dieser Vorgang ja total logisch! Zumindest kann ich mir ohne große, geistige Anstrengung eine wunderbar logische Kette zusammenpfrimeln, die sogar halbwegs mit Tragkraft ausgestattet ist. Das klingt dann ungefähr so:

"Wenn der Motor eh fratze ist, dann muss ich mir gar nicht groß überlegen, ob es Sinn machen würde einen V8 einzubauen..."

Das impliziert zwar, dass ich tief im Inneren die stille Hoffnung hegte im ebenso tiefen Inneren des Treibwerks einen Haufen geschredderten Metalls vorzufinden. Dem war/ist aber nicht so. Ich will eigentlich, dass der Motor in gutem Zustand ist…aber wenn das Schicksal für den über 40 Jahre alten Gussklotz eine Zukunft als Strommast in der Uckermark vorgesehen hat, dann sei dem so. Um einen Blick in die Zukunft des B-Series Reihenvierer zu werfen (und weil ich eh noch auf die Teile von Stevens warte und außerdem einfach Bock dazu hatte), wurde er heute guillotiniert.

Über das „Wie“ brauche ich nicht viel zu schreiben, es ist ziemlich selbst erklärend:

  1. Ventildeckel ab.
  2. Kipphebelwelle ab (auf die dünnen Distanzscheiben achten, bei mir waren zwei unter den mittleren Böcken).
  3. Stößelstangen raus und in der Reihenfolge in Pappe stecken.
  4. Restliche Schrauben lösen, auch die Langmutter hinten rechts.
  5. Kopf ab.

Und so siehts im Herzen des Biestes aus:

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Unschwer zu erkennen ist da irgendwie Kühlwasser in Zylinder 1 gekommen. Wie kann ich mir (noch) nicht erklären, denn die Dichtung scheint mir nicht kaputt gewesen zu sein.

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Kopfseitig sieht Zylinder 1 auch, meinem Empfinden nach, nicht so fein aus.

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In Summe erscheint mir der Motor noch nie überholt worden zu sein. Die Kolben sind die Standart Deep Dish Kolben, die in einem 18V797AE sein sollten.

DSCN0208 Ich mach’s kurz: für mich, also einem Typen, der ganz toll blöd daher reden kann, aber nicht den Hauch einer Ahnung hat, sieht der Motor aus, wie man es von einem über 40 Jahre alten Block nach Jahren des Missbrauchs durch amerikanische Staatsbürger erwarten kann. Im großen und ganzen scheint er mir aber in gutem Zustand zu sein. Falls euch an den oben und unten stehenden Bildern etwas auffällt, scheut euch nicht! Das schlimmste, was passieren kann, ist der V8 unter der Haube 😉

 

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