Die braune Pest.

Die braune Pest.

Eigentlich ist das Biest für 40 Jahre ganz gut beieinander. Und das obwohl das Jahr 1975 von der Blechqualität ja eines der schlechteren gewesen sein soll – sagt zumindest der Kerl, bei dem Mark Evans in „An MG is born“ seinen B kauft. Wenn man sich so den linken Schweller meines Bs so anschaut, könnte man glauben „Ja, recht hatta!“

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Aber was warten da noch für Überraschungen im Schweller? Machen wir das Ding einfach auf und schauen rein.

Bevor ich aber munter mit der Trennscheibe die Funken fliegen lasse, erst mal die nötige Vorarbeit – und das heißt: Versteifen!

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Die Querstrebe ist an den Befestigungspunkten des Verdecks verschraubt, die Längstreben sind auf Presspassung an der Motorwand und zusätzlich an dieser Strebe unter dem Armaturenträger punktverschweißt. Sollte halten. Aber weil ich lieber safe than sorry bin, ist mittlerweile auch in der Türöffnung eine weitere Strebe. Weil wir dort, bei der Tür gerade sind: die Spaltmaße hatte ich schon während jedem Schritt und jedem Anheben des Wagen im Auge. Sie schienen sich nicht groß zu verändern und waren insgesamt in Ordnung. Nach einer letzten Kontrolle wollte ich dann nur mal eben die Tür ausbauen…ja, nee…is‘ klar.

Ganz ehrlich? Ohne mechanischen Schlagschrauber (den ich zum Glück eh schon hier rumliegen hatte) und passendem Bit (Pozidrive 4) wäre ich verzweifelt und/oder hätte die Schrauben rundgenudelt. Ich meine, bin ich auch so fast, denn die Biester saßen mehr als bombenfest. Ich habe dann alles, so weit es ging, mit WD40 geflutet und über Nacht wirken lassen. EIn paar motivierte Schläge mit dem Schlagschrauber habe die Schrauben dann zur Kooperation überredet.

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Zu guter Letzt die große Mutter gelöst und die Scharniere samt der Schlossplatten entfernt.

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Jetzt wars Zeit für die Flex und den Schweißpunktbohrer. Mit letzterem habe ich sämtliche Schweißpunkte oberhalb des Schwellers vor der A-Säule aufgebohrt, ebenso die je drei am Fuße der A-Säule. Anschließend habe ich mich mit Flex, Hammer und Karosseriemeißel (händisch. Ich weiß was ein außer Kontrolle geratener Druckluftmeißel anrichten kann. Ich traue den Dingern nicht.) etappenweise immer mehr Blech des Außenschwellers entfernt.

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So richtig schlimm siehts eigentlich nur im vorderen Bereich aus…

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Je weiter man nach hinten kommt, desto besser wirds. Eigentlich macht der komplette Schweller ab der A-Säule einen grundsoliden Eindruck.

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Vorne ist es allerdings wirklich nicht gut. Meine Hoffnung, dass die Unterschwellerschiene vielleicht noch so gut ist, dass ich sie nicht anfassen muss, hat sich erledigt.

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Genau hier, am Übergang zum vorderen Radkasten wurde auch schon geflickt.

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Das Mittelblech habe ich mittlerweile auch geöffnet, i.e. den Gammel im vorderen Teil heraus geschnitten. Im Innenschweller setzt sich genau das Bild fort: Ab der A-Säule maximal nur Flugrost. Das Mittelblech werde ich auf jeden Fall komplett ersetzen und den Innenschweller mit Owatrol-Öl, oder was auch immer das Korrosionsschutz-Depot empfiehlt, fluten und anschließend versiegeln. Aber was mache ich mit der Unterschwellerschiene? Reparieren? Auch tauschen? Was meint ihr?

 

4 Kommentare zu “Die braune Pest.

  1. Martin Amann

    Hallo Florian,
    also wenn Du den Umgang mit Schweißpunktbohrer und Schweißgerät nicht scheust, würde ich vor der Unterschwellerschiene nicht halt machen.
    Weiter so, nur Mut – und einen tollen MG-Grill hast Du dir da gebaut !!!
    Mir steht so eine Unterboden-OP auch bevor, mein US-GT hatte wohl lange Jahre einen inkontinenten Hauptbrems- oder Kupplungsgeberzylinder und die Bremsflüssigkeit hat jetzt mal sauber ein Loch mit 5cm Durchmesser ins Bodenblech gefressen. Kommt davon und Strafe muss sein, wenn man beim Fahrzeugkauf nicht ordentlich unters Fahrzeug liegt 😉

    Gruß – und toller Bloq

    Martin

  2. Florian

    Hi Martin,
    danke für die Komplimente 😉 Keine Sorge, aufgegeben wird sicher nicht. Die Blechteile, Castle Rail inklu, sind schon geordert. Die Bodenblech-Gaudi habe ich linker Hand auch schon hinter mir, und das war deutlich beknackter als sich vorher nicht unters Auto zu legen – dort lag ich nämlich, und habe beim ablassen des Wagenhebers den Bock unter dem Auto vergessen… :-/

  3. Martin Amann

    Hallo Florian,
    wie groß ist der Aufwand eine solche Bodenblechhälfte zu tauschen ? Geht das halbwegs gut, denn momentan umkreise ich das Problem noch …
    Was – ausser der Innenausstattung und der Auspuffanlage – sollte noch ausgebaut sein ?

    … kann man hier eigentlich auch Bilder übertragen ?

    Gruß

    Martin

    1. Florian

      Hi Martin,

      der Aufwand ist eigentlich nicht so groß, eher nervig wegen dem Aufbohren/fräsen der gefühlt 500 Schweißpunkte. Den Auspuff habe ich damals an Ort und Stelle gelassen, weil die Hauptarbeit eh von oben gemacht wird. Ich würde so vorgehen: Schweißpunkte auffräsen (nicht bohren, da wäre mir die Gefahr zu groß das darunterliegende Blech zu durchbohren), mit Karosseriemeißel und Hammer von unten das Bodenblech heraustrennen. Anschließend die Auflageflächen an Rahmen, Schweller und Getriebetunnel glätten und das neue Blech einpunkten.
      Ach, und wenn Du das Bodenblech eh schon draußen hast: das ist *die* Möglichkeit den Querträger von innen zu entrosten und versiegeln 😉

      Ich muss mich mal einlesen wegen des Bilder in Kommentare einbettens. Da gibts bestimmt eine Möglichkeit.

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