Zeit = Luxus

Derzeit zumindest. Vergangenen Sonntag ging es aus beruflichen Gründen gen Norden zum Bilster Berg Drive Resort (übrigens eine gigantische Rennstrecke!). Aber davor blieb, Brückentag sei Dank, noch genug Zeit um sämtliche Leitungen unter dem Wagen zu entfernen und den Tank auszubauen.

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Dabei kam mir ein Feature zu Gute, dass bei heutigen Autos immer noch nicht Serie ist, die Engländer aber schon vor Jahrzehnten entdeckten: die dynamische Selbstkonservierung.

„Wenn kein Ölfleck mehr unter dem Auto ist, ist es Zeit Öl nachzufüllen“ – der Satz scheint auch auf das Biest zuzutreffen. Der Hobel ist untenrum dermaßen verschmoddert, dass ich mir schon überlege eine Großbestellung Backofenreiniger zu tätigen. Kaltreiniger, zumindest der, den ich verwende, kapituliert in Kombination mit dem Heimgebrauchs-Kärcher. Ein Profigerät mit Wasserheizung wäre vielleicht hilfreicher, aber auch nicht mal schnell zu besorgen.

Der große Vorteil des ganzen Drecks: keine der Schrauben ist fest gegammelt, einzig der Anschluß der Tankentlüftung musste ein Bad in WD40 nehmen.

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Und so hat es einen Tag Arbeit gebraucht, bis alle Leitungen und Kabel intakt aus dem Wagen gepfrimelt und als Vorlage für die Neuteile im Lager verschwunden waren. Dort haben sie sich zur Pedalbox gesellt, die auch nicht mehr den Weg in den Wagen finden wird. Schon vor einiger Zeit konnte ich günstig an eine sehr gute Pedalbox ohne Bremskraftverstärker aber mit Zweikreisbremse kommen. Da beim 75er US-B durch den weiter vorne sitzenden Bremskraftverstärker schier unmöglich ist die Luftfilter der nachgerüsteten SU HIF4 zu montieren, fliegt das originale Ding kurzerhand raus.

Dieses Schicksal sollte eigentlich auch die Tankentlüftung und den Aktivkohlefilter ereilen, ein neuer Tank war eh geplant. Aber der Plan sah sich nach dem Ausbau des Tanks einem gewichtigen Gegenargument gegenüber: dem Zustand des Tanks.

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Der sieht nämlich, meiner Meinung nach, noch echt gut aus. Ich hatte mich eigentlich schon auf einen angegammelten Kofferraumboden und einen durchrosteten Tank eingestellt. Aber nichts dergleichen.

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Im Inneren ist der Tank noch richtig blank. Günstiger wäre es sicherlich den originalen Tank wieder zu verwenden – andererseits gefällt mir das zusätzliche Leitungsgewirr im Koffer- und Motorraum einfach überhaupt nicht. Entscheidungen, Entscheidungen…gut, dass ich die nicht sofort fällen muss.

Dieses Wochenende wird wohl wenig am Auto geschehen, die letzte Arbeitswoche sitzt mir gewaltig in den Knochen. Aber: der nächste „Milestone“ ist in Sicht! Es müssen nur noch Lenkung, Achsen und Handbremse raus, dann ist das Biest entkernt. Wie es dann weiter gehen soll steht auch noch in den Sternen. Sodastrahlen? Höchstdruckwasserstrahlen? Chemisch entlacken? Schleifen und kratzen? Ich muss mich mal mit dem Lacker meines Vertrauens bereden was wohl die sinnvollste und kostengünstigste Möglichkeit ist.

2 Kommentare zu “Zeit = Luxus

  1. Christoph Schultz

    Hallo Florian,
    Bevor Du den Tank austauschst anstatt ihn aufzuarbeiten würde ich mal schauen ob er Schwallbleche hat. Viele der Nachfertigungen haben keine und ich habe 2006 mit Mühen einen beim MGOC bekommen.
    Beste Grüße, Christoph

  2. Florian

    Hey Christoph,
    stimmt, an die Schwallbleche hatte ich gar nicht gedacht, das wäre ein weiterer Grund den alten zu behalten – wenn das Ding nicht schon ein Tauschteil ohne Schwallbleche ist.

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