Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!

Für alle, die nicht den von der Gesellschaft neu kreierten Altersgruppen „Thirty-Somethings“ und „Best Ager“ anghören: das ist kein Propagandageschrei aus dem ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat, sondern der Refrain (sprich: Refräng) und eigentlich auch schon fast der ganze Text des einzigen Hits der „Fehlfarben“.

Aber derzeit auch das Motto für das Projekt „Revival of the Beast“.

Gut, das mit der Geschichte, die da gemacht wird, ist etwas übertrieben – aber dennoch: es geht voran! Schuld ist das Wetter, dass sich äußerst motivierend auf den Schrauberling auswirkt. Heute auf dem Programm: Kotflügel. Derer zwei. Um die Dinger, die gefühlt das halbe Auto ausmachen, zu entfernen muss allerdings erst die Frontscheibe weichen. Und damit die weichen kann, kann – Slash – muss das Armaturenbrett raus. Ein Riesenspaß, wie ich aus Erfahrung weiß. Kurz zusammengefasst müssen sechs Schrauben gelöst werden – an die kommt man aber nur, wenn man die Instrumente, Handschuhfach und Lüftungsdüsen ausbaut. Vor allem die Schraube, die sich hinter eben diesen verbirgt ist alles andere als gut erreichbar.

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Schön zu sehen, die verteufelte Schraube in der Mitte. Und ein höchst professionelles Provisorium.

 

Wohl weil ich mich schon im Vorfeld auf einen halben Tage Gefluche und aufgeritzte Hände eingestellt habe, war ich echt überrascht als der Armaturenträger dann doch relativ flott ausgebaut war. Nächster Schritt: die Frontscheibe. Dazu erstmal die beiden Schrauben der Mittelstrebe oben auf dem Armaturenbrett lösen. Lösen. Rausdrehen ist nämlich noch nicht. Vorher müssen nämlich die vier Bolzen links und rechts entfernt werden, die die Frontscheibe halten. Eine ganz simple Aufgabe möchte man meinen, und man läge richtig. Es sei denn, man stößt auf ein Rätsel in Form eines scheinbar verkehrt herum eingebauten Bolzens:

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Wie oben erwähnt hatte ich das Armaturenbrett früher schon mal ausgebaut, nicht weil es so viel Spaß macht, sondern um die untere Dichtung der Frontscheibe zu tauschen. Damals war der Bolzen zu 100 Prozent noch anders, also richtig herum. Scheinbar hat mein werter Herr Vater in den letzten Jahren irgend etwas an dem Wagen machen lassen (das macht er gerne, der Chromumbau geht auch auf seine Kappe. Er mag das Auto einfach) und dabei hat ein schlauer Schrauber – wieso auch immer, wahrscheinlich hat er das Gewinde des Scheibenhalters rundgenudelt – dieses Führungsblech der Windschutzscheibe entfernt und den Bolzen von der anderen Seite durchgeführt.

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Mir blieb nicht anderes übrig als die Nieten aufzubohren und so an den Bolzen heran zu kommen. Es sollte nicht der einzige Pfusch am Bau sein, der mir Laune etwas vermieste. Aber der Reihe nach. Nach erfolgreicher Demontage der Scheibe habe ich mir die Kotflügel vorgeknöpft. Die sind beide am unteren Ende durch, ein Reparaturblech sollte das aber wieder in Form bringen. Unter dem rechten Kotflügel gabs allerdings fast nur gute Nachrichten.

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Ein bisschen Flugrost und ein nur noch rudimentär vorhandenes Stehblech. Ansonsten ist das Blech kerngesund.

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Kein Wunder, sind doch die Schweller vor einigen Jahren neu gemacht worden…oder besser: der Schweller. Singular. Denn kaum hatte ich den linken Kotflügel gelockert…(hier bitte dramatischen Soundeffekt einfügen)

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Die nette Werkstatt, die sich damals um das Schweißen beider(!!!) Schweller gekümmert hat, hatte wohl nur Bock auf eine Seite. Das erklärt auch, warum die unteren Kotflügelschrauben rechts Bolzen und links Kreuzschlitz waren. Und den ganzen Dreck, der mir da entgegen kam.

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Schön. Auch schön, dass besagte Werkstatt nicht mehr existiert. Je suis un peut angepisst, wie der Franzose sagt.

 

 

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